Unter den vielen 'letzten Malen' dieser Wochen war schon klar, das ein Ereignis besonders emotional werden würde: Der Freitag Abend der A-Woche gehört seit Anbeginn der LGH-Zeit zu den Highlights im Leben eines Internatsmentors. Am Anfang oft noch mühselig (ich erinnere mich daran, wie ich im ersten Jahr versuchte, meine Jungs zum Basketbalspielen zu zwingen...eieiei so ein Reinfall) entwickelte sich der WG-Abend doch zu einem festen Ritual, mit bisweilen höchst abenteuerlichen oder einfach nur coolen Momenten. Für den letzten dieser Abende hatte meine WG entschieden, groß essen zu gehen - was wir dann auch taten, jedoch in einer etwas anderen Form als ich angenommen hatte: meine Jungs überraschten mich mit einer Stretch-Limo auf dem Schulhof.
Das neue LGH-Mobil.
Die Überraschung war perfekt: Noch am Nachmittag wurde mir die Information zugespielt , es wäre ein Tisch beim Griechen reserviert, ich solle mir bitte ein Hemd anziehen, weil wir vorher noch ein Foto machen wollten. Ganz beiläufig entlieh sich ein Schüler auch noch meine Lieblings-Surf-DVDs. Überdies wurde ich mit Nachdruck gebeten, doch bitte pünktlich am vereinbarten Treffpunkt vor der Mensa zu erscheinen. Fünf Minuten zu früh dort angekommen, wunderte ich mich zwar über den ein oder anderen Gesichtsausdruck, mit dem manche der dort Anwesenden mich musterten (ich fragte mich tatsächlich, ob ich mal wieder einen Flecken auf dem Hemd habe und ging noch kurz für einen Gesichtscheck hinunter in die Toilette, konnte aber nichts Ungewöhnliches entdecken). Schließlich stand ich aber auf dem Schulhof, ein Schüler zeigte mir stolz irgendetwas auf seinem i-Phone, als ein Raunen durch die inzwischen doch recht zahlreich vertretenen Schüler anderer WGs ging - ich dreht mich um, und wurde gewahr, dass soeben ein etwa 9-Meter langer, schneeweißer Cadillac auf dem geheiligten LGH-Schulhof vorfuhr - und zu meinen Füßen ein roter Teppich ausgerollt wurde. Bevor ich auch nur den Mund zumachen konnte, entstiegen dem Gefährt zwei Drittel meiner WG nebst dem Co-Mentor und zwei Flaschen Sekt - und unter großem Hallo wurde ich in eben jenes Traumschiff von einem Auto verfrachtet. Wir brausten davon, ich war wie in Trance. Das erste Ziel war das Kebab Haus, und nachdem wir so cool wie möglich am Cadillac lehnend unseren Yufka verdrückt hatten, machten wir uns auf den Weg in die Landeshauptstadt, um auf dem Schloßplatz vorzufahren und uns von Touristen fotografieren zu lassen. Unnötig zu erwähnen, dass auf den Fernsehern in der Limousine meine Surf-DVDs liefen, und wir die Attraktion im Freitagabendverkehr auf der B 29 waren.
Viel zu schnell ging die Zeit vorbei, und bald mussten wir uns auch wieder gen Schwäbisch Gmünd chauffieren lassen - wo wir mit großem Hallo und zu den Klängen von Queen's 'Bohemian Rhapsody' rockstarmäßig einrollten. Den Rest des Abends muss ich wohl recht beseelt gewirkt haben, denn wie der liebe Kollege H. mich warnte, kann im Kreis grinsen bisweilen zu plötzlichem Verlust des Kopfes führen.
Herrn K. wurde zum Abschied ordentlich eingeschenkt. Aber welcher Internatsmentor wollte in einem solchen Moment schon nein sagen.
Doch natürlich geschah nichts dergleichen - und so wird diese Aktion ewig in meiner Erinnerung - und als teuerster WG-Abend der LGH Geschichte wohl auch am LGH unvergesslich bleiben...
So sieht es also im Inneren dieser Dinger aus.
Ein großer Abend, organisiert von einer großartigen WG - Danke Jungs, das habt Ihr wirklich toll gemacht. Und natürlich habt Ihr die dicksten Eier.
Ob ich denn so langsam Abschied nähme vom LGH, fragte in einer Mail eine Ex-Schülerin. Ich hielt mit dem Lesen der restlichen Korrespondenz inne, stand auf und trat in den Garten, um eine Mitternachtszigarette zu rauchen. Still lag der Sportplatz im Sommerregen, dann drang aus der TG-Kneipe eine alkoholisierte Lachsalve herrüber. Von den Balkonen der M-H Wohnung über mir tropfte es leise auf das feuchte Holz des Sonnendecks. Eigentlich müsste ihn mal wieder mähen, sinnierte ich. Das letzte Mal.
Schon lange, so kam mir dabei in den Sinn, bin ich damit beschäftigt, meine Rolle im Leben des LGH zurückzufahren. Spannt man einen Bogen vom Anbeginn der Planungsrunde im Januar 2004 bis heute, am Ende des fünften Jahres Schulbetrieb, so ist in den übernommenen Verantwortlichkeiten eine deutliche Einnischung in das System, eine Spezialisierung der Aufgabenbereiche zu beobachten. Waren im ersten Jahr meine Aufgabenfelder vielfältig und unübersichtlich, zerriß ich mich zwischen Bauausschuss, Öffentlichkeitsarbeit, Aufbauen einer Internats- und Unterrichtsstruktur, Einführen von Ritualen wie Frühkonzil, Schulabend, WG-Abende etc. (die Liste ist in der Tat eine lange), so betreibe ich in der Endphase meiner LGH-Zeit eine aktive Abwehr von Aufgaben. Vor allem von solchen, die andere Kollegen meiner Meinung nach besser lösen könnten - oder jene, für die der Kaschl das nächste Jahr ohnehin nicht mehr zur Verfügung steht. Die strukturelle Übergabe ist also in vollem Gange, und ich werde rein aufgabentechnisch keine große Lücke hinterlassen, davon bin ich überzeugt. So manches wird ohne mich wohl auch besser laufen.
Auf die Frage des Wehmuts, der potentiell mitschwingen könnte, und wie er von anderen Lehrern, die uns leider verlassen, geäußert wird, muss ich ganz ehrlich antworten, dass fünf Jahre LGH für einen Anfang/bald Mitte-Dreissiger jetzt wirklich genug sind. Es ist Zeit, mich meinem eigenen Leben, meinen eigenen Ideen, meinen eigenen Bezugspersonen zu widmen. Eine eigene Familie zu gründen. Und so gehe ich mit einem breiten, zuversichtlichen Lächeln. Das LGH ist aus den Windeln raus, und ich habe meinen Part dazu beigetragen. Der Weg vor mir ist mindestens genauso spannend, wie die Phase, die gerade ihr Ende findet. Die Verbindung zu manchem ehemaligem Schüler wird natürlich bleiben - das ist mir natürlich eine ganz wichtige Sache - aber die Kommunikation wird auf anderer Ebene, wenn möglich auf Augenhöhe stattfinden.
Big T gefällt es zwar, mich beim Mittagessen in der Mensa (wenn er mich dort überhaupt noch antrifft) immer mal wieder daraufhin anzuchecken, dass ich ja am Ende doch am LGH bleiben könnte - das Regierungspräsidium habe da so was angedeutet - und auch andere sind überzeugt davon, dass ich ja eh zurück kommen werde, weil sie mich gar nicht in einer anderen Situation vorstellen können.
Leute, Leute - ich muss darüber den Kopf schütteln. Ich bin ein ganz bestimmter Splitter des LGH-Kaleidoskops, vielleicht bin ich der 'jung gebliebene' oder 'jung bleiben wollende' Lehrer mit dem Longboard, der zwar nur noch selten mit einem Schüler verwechselt wird, aber immer noch glaubt, dass Lehrer und Schüler nicht grundsätzlich gegenläufige Interessen haben müssen. Aber die Perspektiven, die ich im kommenden Jahr gewinnen werden, gehen weit über das Lehrersein an einem Hochbegabteninternat hinaus. Ich kann mich nicht auf diese eine Rolle festlegen lassen, weil zuviel in mir drin ist, dass sich nicht auf Dauer unterdrücken lässt - und das einer gewissenhaften Ausübung der LGH-Lehrerpflichten zum Teil auch im Wege steht.
Die Spezialisierung im letzten Jahr erlaubte mir, mich ganz bestimmten Dingen sehr intensiv zu widmen - obwohl der Herr Kaschl laut Aussage der geschätzten schuljahresendgestressten Kollegen zur Zeit 'sehr entspannt'wirkt, fließt meine Präsenszeit auf dem Campus neben dem Alltagsgeschäft fast zur Gänze in zwei mir sehr liebe Projekte: dem Schneiden einer DVD der "Leichenbraut" - und dem Bau von Longboards in der inzwischen etablierten Werkstatt. Den Rest meiner Aufgaben, muss ich ehrlicherweise sagen, wickele ich jetzt ab - die letzten Noten, der Unterricht, selbst GM-Betreuung und WG... es läuft alles entspannt und langsam aus, so wie ich es mir gewünscht habe, und so wie es auch einst in der Vorbereitungsrunde von Höchst-Salemscher Kompetenz empfohlen wurde: ich gehe mit einem vollen Akku in mein Sabbathjahr.
Der Abschied ist im Prinip also schon vollbracht. Es warten noch ein paar Höhepunkte, das Sommerfest, das Alumnitrefen, der Familientag, die Abscheidsfete. Noch ein mal den Rasen mähen. Aber ich werde keine Verschnaufpause brauchen, um das LGH-Leben hinter mir zu lassen, zu verdauen.
Denn ich bin raus mein Kind - ich gehe auf die Reise, und hab Rückenwind.
As some of the elect readership might have noticed, I am in a period of serious change. As with all important things, the transformations have been tremendously fast - but if you can ruin your life in the blink of a second, surely you can try to save it in the same time span?
However rapid things might have developed, for me the times are creative, bountiful and endless. For some reason of physical principle, however, I strangely do not seem to have enough time to keep posting regularly. I beg to forgive this - remember, a good post is like a good wine, it takes some time to ripen. If there is anything to report, you will get the news. And I believe there will be some big things.
In meinem vorigen Blogeintrag berichtete ich von der Wehmut des Abschieds, wenn Schüler das LGH als Abiturienten verlassen, und der Unmöglichkeit des Festhaltens an vergangenen Zeiten. Trotzdem befinden sich in meinem Besitz natürlich eine Unmenge Souvenirs, die mich an ehemalige Schüler und Begebenheiten erinnern. So ziert u.A. das Logo der legendären (leider nur fast erfolgreichen) Dynamo Düt Kickermannschaft meine Pinwand, ein Stoffleguan, der einst einen Schüler begleitete, wickelt seinen Greifschwanz um meine Schreibtischlampe, und auf meiner Afrika-Karte klebt ein Post-It Zettel mit einer geheimen Botschaft – alles kleine, fast unscheinbare Details, die mein Blick tagtäglich streift, und mich an den Menschen, der dahinter steckt, denken und meist erfreuen lässt.
Ein absolutes Highlight dieser vielen unschätzbaren persönlichen Erinnerung stellt jedoch seit letzter Woche eine .mp3 Datei dar, die ihr euch hier downloaden und genießen könnt. Es handelt sich dabei um die schon an anderer Stelle versprocheneLesung einer meiner jüngsten Kurzgeschichten durch eine ganz besondere Schülerin der Klasse 10. Dabei wird sie begleitet von einem diesjährigen Abiturienten, der zum Text auf dem Flügel improvisiert – und zwar höchst passend, wie ich finde.
Ich hatte das Glück, während der Aufzeichnung, die dankenswerter Weise durch unseren unvergleichlichen Hausmaestro Sebastian Hahn durchgeführt wurde, dabei zu sein: Diese gute Stunde, während der ich fast gänzlich überflüssig im Hintergrund blieb, gehört sicherlich zu den ganz besonderen Momenten meiner LGH Zeit: Zuzuschauen, mit wie viel Hingabe diese drei tollen Menschen sich ihrer Kunst widmeten – und mir dabei auch noch einen kleinen Traum erfüllten.
Es ist dem meistzitierten Gedichtsvers am LGH zu entnehmen, dass man von traulich eingewohnten Lebensräumen Abschied nehmen und gesunden soll. Der Volksmund fordert dazu auf, Feste zu feiern, wie sie fallen, und eine andere Redensart weiß, dass es leider nicht immer die Schlechtesten sind, die gehen, dafür aber selten die Besten, die kommen. Alle drei Weisheiten kann man bemühen, um den Abiturball 2009 zu umreißen: der Abschied war herzlich, dabei auf seltsam angenehme Weise schmerzhaft, es wurde ordentlich gerockt – und das LGH entlässt eine großartige Generation ins 'echte Leben'.
Zum letzten Mal am LGH gab es Martin in Aktion:
AbituriEnten, und solche die es werden wollen, rocken zu seinen Anweisungen das Fest.
Schon vor einem Jahr hatte ich es auf dem Elterntag der damaligen Klasse 11 prophezeit: Der Abijahrgang 09 wird unter den ohnehin besonderen Jahrgängen des LGH noch heraus stechen. Um so mehr freut es mich, dass eingetreten ist,was damals, auch unter den lieben Kollegen, noch so manches Kopfschütteln hervor gerufen hatte. Die erstrebte Synthese aus Menschlichkeit und Leistungsfähigkeit, die bei den ersten beiden Jahrgängen in Teilen optimierungsfähig geblieben war, hat dieser Jahrgang eindrucksvoll vorgeführt – und als Krönung ihrer LGH-Zeit mit geistreichen Abistreich, würdevoller Abifeier, und herzlichem Abiball Maßstäbe gesetzt. Mit der rekordverdächtigen Vorlage eines Abiturgesamtdurchschnittes von 1,5 des letzten Jahrgangs konntegleich gezogen werden, fünf Schülerinnen und Schüler erreichten die Traumnote 1,0 und die Jahrgangsbeste konnte gar etwas über 820 von den 840 theoretisch möglichen Punkten erreichen.
Dieses Ergebnis wird umso eindrucksvoller, wenn man darüber hinaus in Betracht zieht, dass der Jahrgang trotz dieser hohen Leistungsfähigkeit stets auf dem Boden blieb, sich auf vielfätigste Weise für das Leben und Lernen am LGH engagierte, und im Umgang mit Mitschülern, Lehrern und Schulleitung bei großem Selbstvertrauen meistens die Harmonie suchte und fand; dies ist aber in meinen Augen die größte Leistung.
Die letzten Anweisungen kommen von ganz oben:
Die AbiuriEnten scharen sich um das Muttertier, bevor sie das Nest verlassen.
Als exemplarisch für den good will, der mir für diesen Jahrgang bezeichnend scheint, mag diefeierliche Überreichung kleinerer und größerer Geschenke an die Lehrer im Rahmen des Abiballes dienen – mit viel feinem Witz wurden Schwächen und Stärken von uns Pädagogen aufs Korn genommen, vor Rührung und Lachen über die lieben Kollegen und mich selbst standen, mir die Tränen in den Augen – übrigens nicht das einzige Mal an diesem Abend. Denn es galt eben, diese tollen Menschen aus unserer Anstalt zu entlassen, die Türe zum 'echten' Leben aufzustoßen und Lebewohl zu sagen. Schülerinnen und Schülern, die das LGH über die letzten Jahre extrem geprägt hatten, die mit ihren Eigenheiten und Anekdoten viel Farbe (und zwar trotz des ein oder anderen Malörs nur selten die der Zornesröte) auf den Campus brachten. Unvergesslich jeder Einzelne – schon bei der Aufsicht im schriftlichen Abitur war mir recht melancholisch bewusst geworden, dass ich zu jedem der vor mir sitzenden Schüler eine Geschichte erzählen könnte, und bei Einigen derer zehn. Einige davon sind bereits hier auf dem Blog erschienen, ein paar werden wohl in der nahen Zukunft zu Papier gebracht, und in meinem Resümee der LGH Zeit erscheinen. Doch natürlich bleibt die schmerzhafte Erkenntnis, dass die meisten stories und Erinnerungen sich langsam auflösen werden, und selbst das schriftliche Fixieren einige besonderer Momente nur ein schwacher Trost vor der Erkenntnis darstellt, dass man dann eben doch die meisten der so lieb gewonnenen Menschen für immer aus den Augen verlieren wird.
Zum Schluss wünsche ich allen AbituriEnten noch einmal viel Glück – dass Einzige, was nicht erlernt, erkauft oder erschlafen werden kann, und doch die Essenz des Lebens ausmacht.
Ich wage außerdem zu behaupten, dass der Geist, mit dem dieser Jahrgang unsere Schule besucht und verlassen hat, zu einem bedeutsamen Teil aus dem ganzheitlichen Schulkonzept gewachsen ist – und ich würde mir für das LGH wünschen, dass es sowohl Lehrern als auch Schülern gelingen möge, einiges davon in die nächsten Generationen zu retten.
Er zum Beispiel bekam von den AbituriEnten einen Korb:
Kollege B. E. freut sich über nicht gerade gesundes Essen.
Die Methoden der modernen Verbraucherindustrie lassen den aufmerksamen Betrachter ja durchaus das ein oder andere Mal laut "Scheiße" schreien. Ängste, Sehnsüchte und Manipulierbarkeit der krisengeschüttelten Bevölkerung werden zum Beispiel von den Paranoikern der Versicherungsgesellschaften, den Haien der Bezahlverlage, und den Scharlatanen der Wasserbeschwörer ausgenutzt, um Gewinn zu generieren und ihre eigenen Mäuler zu stopfen. Manche der dabei etablierten Meme sind hanebüchen - und nur schwer wieder aus dem kollektiven Bewustsein zu drängen. Droht der Zivilisation das Aus durch Verblendung und Verblödung? Die Analyse des Beipackzettels einer Homöopathischen Hautcreme spricht jedenfalls dafür.
Das Daumengrundgelenk meiner linken Hand schmerzt, seit ich damit letzte Woche einen Sturz, der durch einen mit moderater Geschindigkeit auf mein Jochbein servierten Baseball hervorgerufen wurde, ungeschickt abfing. Die Salbe, die mir daraufhin mein Arzt verschrieb, scheint bislang gut zu helfen. Es ist ein Heilmittel natürlichen Ursprungs zum Auftragen auf die Haut - alle Inhaltsstoffe sind pflanzlichen, tierischen oder mineralischen Urpsrungs, so der Hersteller. Klingt gut, rein und harmlos? Von wegen.
Jede Menge Pflanzen stecken drin, das kriegt man schon auf der Verpackung mitgeteilt, und was pflanzlich ist, kann ja gar nicht schlimm sein. Die Auflistung der Inhaltsstoffe liest sich dann aber wie ein Auszug aus der Enzyklopaedie der psychoaktiven Pflanzen. So darf neben dem harmlosen Gänseblümchen Bellis perennis natürlich die ubiquitäre Calendula nicht fehlen, und wo die sich versteckt, ist auch Arnica nicht weit. So weit, so langweilig. Doch dann dreht die Salbe auf. Vielleicht ein wenig Atropa belladonna gefällig? Das Gift der Tollkirsche hat ja schon im Mittelalter seine vielfältige Anwendbarkeit bewiesen, genauso wie eine der giftigsten Arten Mitteleuropas, der Eisenhut Aconitum, und diverse andere potente Giftpflanzen der Euphorbia Gattung. Ein wenig Rätselraten ist bei dem nächsten Inhaltsstoff gefragt: Mercurius solubilis? Der Botaniker kratzt sich am Kopf. Vielleicht eine Asteracea? Hmmmm.
Erst in einem etwas unscheinbar gehaltenen Teils des Beipackzettels wird man aufgeklärt. Bei Mercurius solubilis handelt es sich nicht um eine Pflanze, sondern schlicht und einfach um Quecksilber. Ach ja, rein mineralischen Ursprungs. Ich lach mich tot. Nun, es mag ja stimmen, dass die Dosis das Gift macht, und es würde mich nicht wundern, wenn das Quecksilber die einzig medizinisch wirksame Komponente in der Salbe darstellte. Und gewiß werde ich die Behandlung fortsetzen.
Doch ich würde schon gerne wissen, wieviele überzeugte Antroposophen sich dessen bewusst sind, dass sie sich mit einer schwermetallhaltigen Salbe eincremen, wenn sie darauf schwören, ihre Gebrechen nur mit homöopathischen Mitteln zu heilen. Und wie sich die Salbe verkaufen würde, wenn statt "Enthält nur natürliche Wirkstoffe" dezent "Quecksilberhaltig" auf der Verpackung prangte.
Jede Generation hat ihre eigene Krankheit - und jeder Abiturjahrgang seine eigenen Vorstellungen, wie man sich zum Abschluß der Schullaufbahn auf ewig ins Gedächtnis der zurück bleibenden Schüler- und Lehrerschaft feiert. Der diesjährige LGH-Abiturjahrgang hat dabei Maßstäbe gesetzt: der Abistreich war gut organisiert, niemand kam ernsthaft zu Schaden, und alle, Lehrer wie Schüler, konnten herzhaft lachen.
Die AbituriEnten feiern. Die Chefin freut sich.
Ach ja. Das wird wohl immer passieren. Das arme Biotop...
Panzerkreuzer Kowalski schlägt sich mit I-Phone Lerche. Ein ungleicher Kampf.
So wollten wir sie schon immer mal sehen. AbituriEnten in Reizwäsche.
Ein Jahrgang verabschiedet sich.
Schön, wenn sich die gesamte Schule in den Armen liegen kann.
Und ich wurde dieses Mal nicht ins Biotop geschmissen... es ist am Ende doch nicht etwa die langsam einsetzende Oberstudienratswürde, die mich vor diesem Schicksal bewahrt hat?
...eine alte LGH Tradition wurde wieder belebt - zum ersten Mal seit ca. drei Jahren gab es am Schulabend wieder LGH-NEWS. Der Beitrag heißt jetzt zwar 'die turnusschau', ist aber sonst als erfolgsversprechender Relaunch der altehwürdigen Traditionssendung zu verstehen - und qualitativ äußerst hochwertig. Das einzige was fehlt, war eien Wetterfee á la Eva Sch... Leider musste die dafür vorgesehene Schülerin das LGH kurzfristig verlassen...
...hier gibt es einen exzellenten Essay über das archaische LGH Leben...
...In der Longboard-Werkstatt wird jetzt schon fast in Serienproduktion gearbeitet. Die erste Kollektion wird auf dem Stadtteilfest -Ost vorgestellt. Seit kurzem ist auch ein Hauptsponsor im Gespräch: die Cool-Eye-Company aus Stuttgart...
...Man glaubt es kaum, die Turnhalle kommt wirklich voran. Man darf gespannt sein, ob im neuen Jahr auch die Lehrerwohnungen in Haus 8 fertig gestellt sind. Prognose des Hausmeisters: I glaubs ja ned...