Home: Die Werkstatt Südafrikablog: Kom die Kaap na!

14.2.09

A special Valentine's greeting - Petty crime in SFG

On Valentine's Day, flowers are a welcome sign of affection.
This specimen came by special delivery.

Sleeping not so soundly with the prospect of seven hours talking to parents today haunting my cerebellum, I am woken up at around five a.m. by the sound of drunk voices and the clunk of snowballs against my window. "Ulf Arschloch komm raus!" I hear and I know who's calling - the same three jerks who tried to bust our Alumni party last July, and with whom I got into a heated discussion on why I happened to not want alcoholic strangers lewding my guests. More snowballs fly and I bust out my door in boxer shorts wielding a baseball bat. The jerks decamp.

Ten minutes later, back in my bed, cerebellum challenged some more. Then a shout, a crash, splintering glass, a thud. The big flower pot in my garden has been launched as a missile against my window, busting the double paneling to splinters, and severed the wooden floor with an inch deep gash.

Ah, wilderness.


The hole left by the flower pot in my window resembling Jesus the Almighty -
A sure sign that He loves me.

8.2.09

Ein Anfänger nimmt Abschied

So sah das LGH an meinem ersten Arbeitstag aus - und noch immer gibt es einige Baustellen.
Im Großen und Ganzen aber steht das Ding.

Als der erste Jahrgang LGH Schüler im Juli 2007 sein Abitur machte, (und dieser blog ins Leben gerufen wurde) bemerkte ich damals ein wenig spöttisch, wie lange für viele der Abschied vom Campusleben gedauert hatte – und wie obsessiv die 'letzten Male' gesammelt wurden: die letzte Geo-Stunde, das letzte Heimfahrtwochenende, der letzte WG-Abend etc. etc. Die hb-typische, akribische Durchforstung des LGH-Alltags brachte auch so manche Kuriositäten mit sich (das letzte Mal in der Winterzeit die Schlafenszeit um eine Stunde überziehen, das letzte Mal den Jahrestag des verbrannten und mit Kokosmilch 'gerettetem' Chili der ersten Skifreizeit begehen, das letzte Mal diesem Regentropfen beim an der Scheibe runterlaufen zuschauen...) und so kam es, dass schon Monate vor der endgültigen Abreise eine Mischung aus Freude und Wehmut das Sein Vieler bestimmte – bei Abiturienten wie auch bei dem ein oder anderen Lehrer, die der Zeit nach dieser Generation mit gemischten Gefühlen entgegen blickten.

Inzwischen bin ich selber in der Lage, die 'letzten Male' sammeln zu können – meinem Sabbathjahr haben sich letzten Endes nicht mal glorreiche Karriereaussichten in den Weg stellen können - und ich empfinde dabei zum größten Teil pure Freude. Natürlich werde ich vieles vermissen – am meisten natürlich die Schülerinnen und Schüler, die mir über die fünf Jahre ans Herz gewachsen sind. Doch, selbst ohne die verklärende Romantik des 'ersten Jahres' bemühen zu müssen, ist ja auch klar, dass das LGH inzwischen zu einer ganz anderen Schule geworden ist, als diejenige, für die ich damals die Internatspräambel schrieb, oder für die ich mit Big T über den Stellenwert der Addita stritt. Und natürlich ist das gut so – das LGH hat zu der Form gefunden, die einem staatlichen Hochbegabtengymnasium dieser Größe entspricht. Und es hat auch die Lehrer gefunden, die es braucht, um dieses System am laufen zu halten.


Aber was mich betrifft – so bin ich hier fertig, habe meinen Teil geleistet, das Projekt anzuschieben. Unsere geschätzte Chefin hat es mir schon mehrmals auf den Kopf zugesagt – ich bin ein An-fänger, einer, der Ideen umsetzen will und Impulse geben kann, aber keiner, der gut darin ist, Strukturen zu erhalten und zu pflegen.

„Ich kann mir das LGH ohne dich nicht vorstellen.“


Natürlich schmeichelt mir dieser Satz, den ich mit Stolz hier zitiere - auch wenn ich weiß, dass es sicherlich auch LGHler geben wird, die nicht nur erleichtert aufatmen werden, wenn ich sie nicht mehr am Kippeln in der Mensa behindern kann. Doch er trifft nicht die Wahrheit. Kein einzelner Lehrer oder Schüler macht das Wesen dieser Schule aus, und niemand ist unersetzlich. Man kann sogar noch weiter gehen: Wenn Lars und ich

im Sommer die Schule verlassen, machen wir auch Platz für neue, junge Ideen, für frisches Denken – schon länger empfinde ich bei den pädagogischen Diskussionen im Stillen, dass auch ich in Positionen verhaftet bin, die noch aus einer anderen Zeit stammen - und daß sich Automatismen eingeschlichen haben, die nur durch die dringend benötigte Luftveränderung wieder aufgebrochen werden können.

Ähnliches gilt übrigens auch für meinen Unterricht – fünf Jahre lang die Klassen 10 in bilingualer Biologie unterrichtet zu haben, war einerseits eine hervorragende Übung, um mich didaktisch und methodisch zu verfeinern – und andererseits kann ich so langsam meine Arbeitsblätter selber nicht mehr sehen.

Auch das Internat sieht inzwischen etwas anders aus... ich habe daran mitgebaut.


So blicke ich also frohgemut nach vorn, dem Abschied entgegen – und fange an, die Wegsteine aufzuzählen... der letzte Tag der offenen Tür, der letzte Weihnachtsball, der letzte Schulabend... Interessant und spannend bleiben jedoch immer noch die ersten Male: die Longboardwerkstatt, die gerade auf den Weg gebracht wird, das Musical, das vor den Pfingstferien aufgeführt wird, und mich organisatorisch vor die größte Herausforderung meiner LGH Laufbahn überhaupt stellt. Und der Augenblick, wo man erkennt, dass irgendwoher irgendein Gedanke, den man mal in den Raum geschickt hat, aus einer ganz unvermuteten Richtung wieder zurück gekommen ist, und auf seiner Reise durch die Köpfe an Klarheit gewonnen hat.

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