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13.8.07

Am Strand

Fährt man über die R44 von Kapstadt aus nach Hermanus, kommt man an einem Strand vorbei, der Kogelbay heißt. Hoch oben am Fels entlang führt die Küstenstraße, die dem deutschen Fernsehzuschauer aus vielen Autoreklamen bekommt vorkommt, und deren Erinnerung dem Kapstadt Afficonado im Exil vor Sehnsucht die Tränen in die Augen treibt. An diesem Strand saß ich gestern abend, um den Sonnenuntergang zu genießen, angenehm ermüded von einem herrlichen Tag im Wasser und am Strand. Auf einem runden Fels, die Beine angezogen, der Himmel brennend, mit rosa Wolkenfetzen, eine Tafel Cadbury Schokolade Fruit & Nuts war auch dabei.
Die Wellen, die hier an den Strand schlagen, sind ab einer gewissen Größe perfekt geformt, und so schnell, dass sie die fantastischen Supertubes bilden, die man von Traumpostkarten aus Hawaii kennt.

Die tief stehende Sonne zaubert eine goldene Straße auf den Ozean. Die Schokolade schmilzt und klebt süß am Gaumen. Plötzlich, draußen im Gegenlicht, umrahmt von Schaumkronen, ein schwarzer Punkt. Ein Wellenreiter treibt dort im Wasser, wo die Brecher mit voller Wucht hineindonnern, schwimmt wie ein Korken auf den hereinrollenden Brechern auf und nieder. Er wartet - setzt sich auf sein Brett, späht hinaus.


Dann - die perfekte Welle. Er dreht sich schnell um, legt sich bäuchlings aufs Brett und padddelt kurz an. Die Welle kommt, und nimmt den Surfer mit. In einer fließenden Bewegung springt der Surfer auf sein Brett, steht geduckt, dreht in die Welle, deren Kamm droht jeden Moment über seinem Kopf zu brechen, ihn vom Brett zu holen, doch er ist schneller, entwischt immer wieder und wieder der krachenden Gischt.
Ein Moment, zeitlos, ewig.

2 comments:

Günter said...

Poesie am Strand.

Gruss Papa.

Günter said...

Lieber Ulf,

wie wäre es mit einem Lebenszeichen?

Wann kommst Du wieder nach Hause?

Lieber russ Papa.

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