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28.1.09

Hochbegabung im Netz

Das sogenannte Net 2.0 gewinnt allmählich an Moment. Immer mehr Menschen nutzen die Möglichkeiten, schnell Informationen an den Rest der Welt zu verschicken bzw. sich alle möglichen Informationskanäle zu erschliessen – ‚twittern’, das bloggen im sms stil, ist dabei nur eines von vielen kreativen Anwendungsbeispielen der peer-to-peer Kommunikation. Doch erhöht die schiere Menge an verfügbarer Information tatsächlich den intellektuellen benefit? Diese Frage wird auf News from Nowhere nicht zum ersten Mal gestellt – und eine kurze persönliche Zwischenbilanz kommt zum einem wenig überraschenden Schluß: Es gibt eine Menge blogs, die sich mit einer Menge Müll beschäftigen, und die, so zumindest die kulturoptimistische Voraussage, entsprechend bald der digitalen Selektion zu Opfer fallen sollten - oder als Datenleichen unnötigerweise Speicherplatz verschwenden.

Andererseits gibt es eine kleine Auswahl gut geschriebener und interessanter blogs, die hauptsächlich in zwei Kategorien fallen: erstens diejenigen, deren Autoren man kennt, und die deshalb aus persönlichen Gründen von Interesse sind, und zweitens solche, die die neue Vernetztheit zum konstruktiven Kommunizieren, bzw. zur intelektuellen Evolution der Menschheit, nutzen. Ich persönlich bewege mich in vermehrtem Maße in der blogosphäre um mich z.B. wissenschaftlich auf dem Laufenden zu halten, politisch zu informieren oder mir Kenntnisse zu einem neuen Betriebssystem anzueignen.

Scilogs.de ist neben scienceblogs.de ein weiteres Portal, das sich dem wissenschaftlichen Internetjournalismus verschrieben hat, ist, und siehe da, es findet sich hier auch ein blog zum Thema Hochbegabung, unter dem plakativen Namen brainlogs. Interessant, denkt man zunächst als Betroffener, vielleicht bietet sich hier ein neuer Zugang, als Lehrer und Lernender. Doch leider – ähnlich wie bei anderen großartig klingenden Veranstaltungen und Plattformen, ist die effektive Ausbeute an Erkenntnis bislang mehr als enttäuschend. Magere zwei Artikel dümpeln seit Anfang des Jahres dort dünn kommentiert vor sich hin, und so ganz wird der kritische Leser den Verdacht nicht los, dass hier der eigentliche Aufhänger fehlt - und man bei scilogs.de schnell mal einen blog zu einem medienträchtigen Thema aus dem virtuellen Boden gestampft hat, um ja die Sparte nicht unabgedeckt zu lassen. Auf jeden Fall mag sich dem Betrachter nicht wirklich erschließen, wem denn mit einer durch dürftige Fallbeispiele kaschierten, bemühten theoretischen Debatte eigentlich gedient ist - und an wen sich der blog nun eigentlich wendet: Eltern, Psychologen, Lehrer, Schüler, die große graue Allgemeinheit?

Wenn sich da nicht bald was ändert, wird wohl auch dieser – im Ansatz löblicher - Versuch des Erkenntnisgewinns zu einem spannenden und wichtigen Thema bald als Bouncerate-leiche enden. Schade, denn an kompetenten Ratgebern und guter Analyse zum Thema Hochbegabung herrscht wahrlich kein Überangebot.

1 comment:

Lieschen said...

Das Internet ist eben doch für viele eine Möglichkeit, das, was sie für wahnsinnig interessant und sinnvoll halten, allen verfügbar zu machen, doch kommt bei vielen davon nur Müll raus. Sicherlich gibt es einige sehr gute Seiten aber die Themen, die in Zukunft bzw. jetzt auch schon viel diskutiert werden (wie zB. Hochbegabung) interessieren den "einfachen Durchschnittsdeutschen" nicht. Schade, oder?

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