Home: Die Werkstatt Südafrikablog: Kom die Kaap na!

17.10.10

Nachlese - Frankfurt

Die Frankfurter Buchmesse ist die größte Veranstaltung für Autoren, Verleger und Jäger des Lesestoffs in Deutschland. Gleich zweimal hatte ich hier Gelegenheit, 'Roadmovie Kapstadt' vorzustellen, einmal im Rahmen der open books Reihe, und einmal auf dem Messegelände selber.

Dass mein erster Besuch auf der Frankfurter Buchmesse der eines lesenden Autors werden würde, hatte ich mir auch nie träumen lassen. Doch unverhofft kommt ja bekanntlich immer anders als man denkt, und so war der erste Eindruck auf die Messeszene tatsächlich gleich der vom Podium hinab. Es war durchaus vergleichbar mit manchen Szenen aus der neunten Klasse - viel Gewusel, viel Lärm, alle scheinen einem geheimen Code zu folgen, wo gerade was interessant ist und was nicht. Schwarmintelligenz mag ein faszinierendes Phänomen sein, dass von der Allgemeinheit aber stets die beste Kunst mit Aufmerksamkeit gekürt wird, darf getrost bezweifelt werden.

Da schlägt der Puls schneller:
Ankündigung per Monitor in Halle 4.1

Trotzdem oder gerade deswegen fand sich am 10. 10. 2010 um 14:00 Uhr dann eine Gruppe etwa 20 mir fremder Zuhörer an der Bühne des Verlagskarrees ein. Verstärkt wurde dieser für die Verhältnisse erfreuliche Zustrom durch ein paar extra bestellte Freunde aus dem Frankfurter Umland (nicht nur Kim Jong Il kennt das Prinzip der Claqueure), und dem ein oder anderen Überraschungsgast (facebook Werbung funktioniert manchmal eben doch), die sich weder von der labyrinthischen Beschaffenheit des Messegeländes verwirren noch vom Anblick der in plagenhaften Dimensionen vertretenen Cosplayer in Schreckstarre bannen ließen, sondern pünktlich am Messestand erschienen. Vielen Dank an alle Supporter, you know who you are...

'Cape Tiooown, Cape Tiown! Kom di Kaap na! Kom, Mama, kom!'

Natürlich war ich nervös - Buchmesse in Frankfurt, wer wollte da sang froid sein Programm herunterspulen, mag man nach einer sommerlichen Deutschland Tour auch eine gewisse Routine haben. Trotz Mikrofons vernahm ich die eigene Stimme während der Veranstaltung dann auch kaum, was beim Lesen mindestens genauso irritierte wie die Tatsache, dass mir nicht alle der 'Millijunen Leut' in der Halle 4.1 zuzuhören schienen. Eine neue Erfahrung, war das Publikum bei bisherigen Lesungen doch durchaus diszipliniert gewesen.

Doch die kleine Gruppe ließ sich in den Bann schlagen (jedenfalls lief keiner weg) und es gelang sogar, ein paar der sich im Gang vorbei drückenden Passanten 'abzugreifen' und für ein paar Minuten nach Kapstadt zu entführen. Belohnt wurde deren Verführbarkeit am Ende dann durch einen hervorragenden, von Moselweine e.V. gesponserten Moselsekt am édition trèves Stand, wo das Verlagsteam und ich auf die Überschreitung der 4.000 clicks auf book2look anstießen - die zweite Auflage von 'Roadmovie' kommt dann wohl auch schon schneller als gedacht und eventuell noch vor Weihnachten in die Buchläden.

Nach der Lesung ist vor der Lesung.
Gelöst am Verlagsstand von édition trèves.

Entsprechend beschwingt verabschiedete ich mich dann von der Veranstaltung - ähnlich euphorisch wie nach einer guten Stunde in einer neunten Klasse.

Rampensäue haben hier wie dort halt einfach bessere Karten.

2 comments:

Anonymous said...

Wow, du hast es tatsächlich geschafft!
Von der Kurzgeschichte in der Spella zum eigenen Buch - das ist ein gewaltiger Schritt!
Schon ein neues Projekt in Aussicht? :)

liebe Grüße aus dem eisigen Bernkastel-Kues,
Felix H.

Ulf Iskender Kaschl said...

Hallo Felix,

ja, mehrere Projekte sind in Planung bzw. schon etwas weiter voran geschritten. Zur Zeit bleibt allerdings recht wenig Zeit fürs Schreiben und Dichten, da ich mich gerade wieder an einen vom Beruf geregelten Tagesablauf gewöhnen musste, und auch sehr bald Nachwuchs ins Haus steht, sodass zu befürchten ist, dass sich auch in Zukunft nicht viel Zeit finden wird, diese Projekte zeitnah zu realisieren - we shall see... Bis dahin, viele Grüße aus dem verschneiten Heslach!
Ulf

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