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30.12.11

Mit dem zweiten sieht man besser?

In einem blog kritisch über das Fernsehprogramm herzuziehen ist wahrlich keine Kunst. Doch warum in aller Welt wird sich irgendjemand zwei laufende Fernseher in ein und dasselbe Zimmer stellen? Eine Spekulation.

Ein Vorteil unserer Wohnung ist die wirklich ausgezeichnete Fernsicht über das beschauliche, sich langsam zum Großstadtmoloch Stuttgarts verbreiternde Nesenbachtal. Auch der lieben Nachbarn Fenster in nächster Nähe sind gut einsichtig. Da ich Vater eines Kleinstkindes bin, komme ich zwischen zwei Windeln oder dem Wiedereinführen des aus dem kindlichen Munde gefallenen Schnuller durchaus in den Genuss, auch zu unmöglichen Tages -bzw Nacktzeiten in die Wohnungen zu lunzen. So manche Szene ist dabei nicht nur witzig oder beschaulich.

Seit Neuestem, genauer, seit Weihnachten, ist die Nachbarschaftsshow allerdings um eine Merkwürdigkeit reicher. Da laufen in einer Wohnung, in einem Zimmer sogar, zwei Fernseher gleichzeitig. Und zwar die ganze Nacht, wie regelmäßige Stichproben eindeutig belegen. Was ist da los? Die dazugehörigen Menschen sind fast nie zu sehen, nur selten huscht ein Schatten kurz vorüber.

Sind es Eheleute, die da Nacht für Nacht parallel fernsehen, weil sie aus Gewohnheit beim Fernsehen einschlafen, aber unterschiedliche Programme dafür brauchen? Oder ist es doch ein Vereinsamter Sonderling, der ein überbordendes ADHS Syndrom zu befriedigen sucht? Handelt es sich gar um eine Chimäre, siamesische Zwillinge, die sich nicht auf ein Programm einigen können? Oder ist es ein Wutbürger, der auf diese Weise das durch die wegfallenden Montagsdemos aufgetretene Lärmdefizit in seinem Leben kompensiert? Niemand weiss es.

Nur komisch, dass eigentlich ein einzelner Fernseher reicht, um festzustellen: Life's too short to watch TV.

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