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21.6.09

Sie watscheln ins Glück

Es ist dem meistzitierten Gedichtsvers am LGH zu entnehmen, dass man von traulich eingewohnten Lebensräumen Abschied nehmen und gesunden soll. Der Volksmund fordert dazu auf, Feste zu feiern, wie sie fallen, und eine andere Redensart weiß, dass es leider nicht immer die Schlechtesten sind, die gehen, dafür aber selten die Besten, die kommen. Alle drei Weisheiten kann man bemühen, um den Abiturball 2009 zu umreißen: der Abschied war herzlich, dabei auf seltsam angenehme Weise schmerzhaft, es wurde ordentlich gerockt – und das LGH entlässt eine großartige Generation ins 'echte Leben'.


Zum letzten Mal am LGH gab es Martin in Aktion:

AbituriEnten, und solche die es werden wollen, rocken zu seinen Anweisungen das Fest.


Schon vor einem Jahr hatte ich es auf dem Elterntag der damaligen Klasse 11 prophezeit: Der Abijahrgang 09 wird unter den ohnehin besonderen Jahrgängen des LGH noch heraus stechen. Um so mehr freut es mich, dass eingetreten ist, was damals, auch unter den lieben Kollegen, noch so manches Kopfschütteln hervor gerufen hatte. Die erstrebte Synthese aus Menschlichkeit und Leistungsfähigkeit, die bei den ersten beiden Jahrgängen in Teilen optimierungsfähig geblieben war, hat dieser Jahrgang eindrucksvoll vorgeführt – und als Krönung ihrer LGH-Zeit mit geistreichen Abistreich, würdevoller Abifeier, und herzlichem Abiball Maßstäbe gesetzt. Mit der rekordverdächtigen Vorlage eines Abiturgesamtdurchschnittes von 1,5 des letzten Jahrgangs konnte gleich gezogen werden, fünf Schülerinnen und Schüler erreichten die Traumnote 1,0 und die Jahrgangsbeste konnte gar etwas über 820 von den 840 theoretisch möglichen Punkten erreichen.

Dieses Ergebnis wird umso eindrucksvoller, wenn man darüber hinaus in Betracht zieht, dass der Jahrgang trotz dieser hohen Leistungsfähigkeit stets auf dem Boden blieb, sich auf vielfätigste Weise für das Leben und Lernen am LGH engagierte, und im Umgang mit Mitschülern, Lehrern und Schulleitung bei großem Selbstvertrauen meistens die Harmonie suchte und fand; dies ist aber in meinen Augen die größte Leistung.


Die letzten Anweisungen kommen von ganz oben:

Die AbiuriEnten scharen sich um das Muttertier, bevor sie das Nest verlassen.


Als exemplarisch für den good will, der mir für diesen Jahrgang bezeichnend scheint, mag die feierliche Überreichung kleinerer und größerer Geschenke an die Lehrer im Rahmen des Abiballes dienen – mit viel feinem Witz wurden Schwächen und Stärken von uns Pädagogen aufs Korn genommen, vor Rührung und Lachen über die lieben Kollegen und mich selbst standen, mir die Tränen in den Augen – übrigens nicht das einzige Mal an diesem Abend. Denn es galt eben, diese tollen Menschen aus unserer Anstalt zu entlassen, die Türe zum 'echten' Leben aufzustoßen und Lebewohl zu sagen. Schülerinnen und Schülern, die das LGH über die letzten Jahre extrem geprägt hatten, die mit ihren Eigenheiten und Anekdoten viel Farbe (und zwar trotz des ein oder anderen Malörs nur selten die der Zornesröte) auf den Campus brachten. Unvergesslich jeder Einzelne – schon bei der Aufsicht im schriftlichen Abitur war mir recht melancholisch bewusst geworden, dass ich zu jedem der vor mir sitzenden Schüler eine Geschichte erzählen könnte, und bei Einigen derer zehn. Einige davon sind bereits hier auf dem Blog erschienen, ein paar werden wohl in der nahen Zukunft zu Papier gebracht, und in meinem Resümee der LGH Zeit erscheinen. Doch natürlich bleibt die schmerzhafte Erkenntnis, dass die meisten stories und Erinnerungen sich langsam auflösen werden, und selbst das schriftliche Fixieren einige besonderer Momente nur ein schwacher Trost vor der Erkenntnis darstellt, dass man dann eben doch die meisten der so lieb gewonnenen Menschen für immer aus den Augen verlieren wird.


Zum Schluss wünsche ich allen AbituriEnten noch einmal viel Glück – dass Einzige, was nicht erlernt, erkauft oder erschlafen werden kann, und doch die Essenz des Lebens ausmacht.


Ich wage außerdem zu behaupten, dass der Geist, mit dem dieser Jahrgang unsere Schule besucht und verlassen hat, zu einem bedeutsamen Teil aus dem ganzheitlichen Schulkonzept gewachsen ist – und ich würde mir für das LGH wünschen, dass es sowohl Lehrern als auch Schülern gelingen möge, einiges davon in die nächsten Generationen zu retten.

Er zum Beispiel bekam von den AbituriEnten einen Korb:

Kollege B. E. freut sich über nicht gerade gesundes Essen.

3 comments:

Caro said...

Mag ja alles stimmen, und herzlichen Glückwunsch dazu, die dritten 12er haben meine neidlose Anerkennung - aber bei der ganzen Glück-/Rührseligkeit im Post wird einem ja ganz schwindelig :P

Ulf Iskender Kaschl said...

Muss wohl das fortgeschrittene Alter sein... :-)

Anonymous said...

Wie sinnreich, Herr Exner bekommt von den Schülern einen Korb ! Schön !

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