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20.6.10

Wine and Dine: Insider Tip im Kapland

Ein Besuch der Winelands in der Kapregion ist zweifelsohne ein must für Kapstadt Reisende. Doch wie an vielen touristischen Hotspots dieser Welt ist es inzwischen auch hier schwierig geworden, echte Klasse zu finden und schlechte, aber gut beworbene Angebote zu vermeiden. Allzuoft wird eine Tour auf ein Weingut durch den Eindruck getrübt, als Bezahlvieh durch die künstlich romantisierte Anlagen getrieben zu werden.

Das sieht nicht nur lecker aus, das schmeckt auch so:
Tagessuppe, Brotzeit und ein guter Tropfen.

Doch zwischen den beliebteten tourist traps der Cape Winelands wie Spiers oder leider inzwischen auch Groot Constantia gibt immer noch viele unentdeckte Juwelen. Einer dieser Orte hat es mir besonders angetan: die Muratie Estate. Daran ist einerseits die Qualität des Weines schuld, der hier angebaut und gekeltert wird. Andererseits hat Muratie viel Kapgeschichte zu bieten - und der kann man mit jedem Schluck unte r den schattenspendenden Bäumen des Gutsgartens mit Blick auf den Tafelberg nachfühlen.

Traumhafte Aussichten:
Blick über die Weinfelder und Cape Flats hinüber zum Tafelberg.

Keine 45 Minuten fährt man von Downtown Kapstadt nach Muratie, das, auf halbem Weg zwischen Stellenbosch und Paarl gelegen, sich an den Fuß der Simonsberge schmiegt. Der Gründer Lourens Campher allerdings, ein deutscher Soldat, der im Dienste der Dutch East India Company ans Kap gekommen war, und sich dort als Farmer selbstständig gemacht hatte, musste gegen Ende des 17. Jahrhunderts jedes Mal drei Tage laufen, um seine schwarze Geliebte Ansela van de Caap in die Arme zu schließen. Diese saß als unfreie Tochter einer ursprünglich aus Guinea stammenden Sklavin in der jungen Kapstadt fest. Erst nach ihrer Taufe (und der geburt drei unehelicher Kinder) durfte Lourens sie zu sich nach Muratie holen, wo sie als eine der ersten gemischtrassigen Ehepaare der Kolonie bis an ihr Lebenswende glücklich waren. Heute erinnert ein preisgekrönter Wein namens 'Ansela' des später in den Besitz der traditionsreichen Welck Familie übergegangenen Weinguts an diese Geschichte.

Schmeckt jung und alt.
Wine Tasting im stimmungsvollen Ambiente der Muratie Farm.

Doch auch die anderen Weine der Farm können sich sehen, riechen und schmecken lassen. Genießt man diese noch mit dem unbedingt zu empfehlenden Tagessuppen oder der 'cold platter', auf der sich Käse, Schinken, Pastete und Salat türmen, lauscht dabei dem Plätschern des alten Brunnens und läßt den Blick über die weite Ebene nach Kapstadt hin schweifen, erscheinen volle Touristenbusse, nervige Abfertigung und Kommerz ohne Herz ihrerseits wie Geschichten aus einer anderen Welt.

Hier steht die Zeit und Spinnweben lassen sich darauf nieder:
Blick in den Weinkeller auf der Muratie Estate.

Die Anmeldung zu einer Weinprobe ist hier übrigens unbedingt erforderlich - ein kleiner Preis für hervorragendes Ambiente und exklusive kulinarische Genüsse.

Let the facts speak for themselves:
Muratie Erzeugnisse warten auf ihren Einsatz.

Weine von Muratie sind übrigens auch in Deutschland erhältlich.

1 comment:

Alex Koch said...

Warum leider Gr Constantia?

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